Brooks Bedlam Test und Vergleich


Der kompakte Brooks Bedlam Test und Vergleich

In diesem Artikel möchte ich meine bisherige Erfahrung mit dem im Herbst 2018 veröffentlichten Laufschuh aus dem Hause Brooks.

 

Der Bedlam-Stabilschuh ist das neueste Laufschuh-Erzeugnis von Brooks, primär für Überpronierer gedacht, und mit dem Brooks Levitate 2 und dem Brooks Ricochet Laufschuh bekommt er im Bereich der Dämpfung sogar eine nagelneue Technologie aufgesetzt. Dazu im Testbericht mehr.

 

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert und geupdated sobald eine neue Version des Brooks Bedlam erscheint.

 

Wie immer hinterlasse ich dir nach meinem Testbericht die aktuellen Bestpreise auf dem Markt und verlinke dir weitere Kundenerfahrungen, sodass Du einen umfassenden Blick zum Brooks Bedlam erhältst. Der Bedlam kostet derzeit zwischen 140 und 180 Euro. Nachfolgend findest Du die aktuellen Amazon-Preise.




Der erste Kontakt mit dem Bedlam

Nachdem ich bereits den Brooks Levitate 2 und auch den Brooks Ricochet testen durfte habe ich mir nun auch den neuen Bedlam-Laufschuh aus dem Hause Brooks bestellt. Auch hier greife ich wieder auf die Schuhgröße 44 zurück.

 

In normalen Straßen- und Freizeitschuhen trage ich eigentlich immer die Schuhgrößen 42,5 oder 43, doch in Laufschuhen ist es so eine Sache. Von Asics weiß man eigentlich, dass sie (warum auch immer) immer etwas kleiner ausfallen. In diesem Falle ist es bei Brooks auch so, wenn auch nicht doll, so empfehle ich beim Bedlam eine halbe Schuhgröße größer als gewohnt zu kaufen. Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass die Füße beim Laufen sowieso immer ein wenig anschwellen und Du somit auch noch diesen Extraplatz haben wirst.

 

Die neuen Guide Rails im Brooks Bedlam als Pronationsstütze

Bild: Die neuen Guide Rails (schwarze Leiste über der silbernen Zwischensohle) „umrunden“ den Brooks Bedlam. Eine sehr interessante neue Pronationsstütze.

 

Zum Anblick des Brooks Bedlam: Entweder man mag diesen oder aber man findet ihn eben überhaupt nicht toll. Ich persönlich liebe das neue Design aller drei Modelle (Brooks Levitate 2, Brooks Ricochet und Brooks Bedlam). So etwas gab es auf dem Laufschuhmarkt vorher nicht und in Kombination mit der silber-glänzenden Zwischensohle ist´s eben ein echter Hingucker. Die Zwischensohle, die so silbern glänzt, erfüllt neben dem Schönheitsaspekt auch noch eine echt wichtige Aufgabe, dazu jedoch gleich mehr.

 

Auch beim Bedlam haben wir als Außenmaterial bzw. als Obermaterial das atmungsaktive und sockenartige Fit-Knit. Ich habe bisher keinen Laufschuh getragen, der so unglaublich flexibel im Obermaterial war und dabei quasi fast schon als Sockenelement durchgeht. Schon im Ricochet habe ich mich gefragt: “Wird es hier nicht an Stabilität mangeln, wenn das Obermaterial so flexibel ist ?!”. Dem war im Ricochet letztlich überhaupt nicht so. Beim Levitate 2 leider schon…Wie das Laufgefühl im Bedlam war beschreibe ich weiter unten im Text.

 

Brooks Bedlam mit flexiblem Außenmaterial

Bild: Überpronation und sockenartiger Laufschuh ? Innovation pur aus dem Hause Brooks.

 

Die Zwischensohle ist beim Bedlam das neue und interessanteste Herzstück. Hier hat Brooks tatsächlich eine völlig neue Technologie angewendet und den hauseigenen “DNA BioMoGO” Schaumstoff erweitert. Die bisherige Zwischensohle von Brooks wurde nun um ein nagelneues Element verfeinert und vom Chemiekonzern BASF entworfen. Es trägt den Namen “DNA AMP” und soll extrem energierückführend wirken. Das heißt auf gut deutsch: Die Zwischensohle wird beim Auftritt zusammengepresst, speichert die Kräfte und gibt diese beim Abdruck des Fußes wieder frei. So entsteht ein Effekt, der die Füße so gesehen “herauskatapultieren” soll. Sehr interessant und gleichzeitig auch faszinierend… Wie weit sich der Laufschuhmarkt mittlerweile entwickelt hat.

 

Doch neben der neuen Zwischensohle haben wir im Brooks Bedlam eben noch ein echtes Highlight. Das, was diesen Schuh zu einem Stabilschuh macht. Das, war diesen Laufschuh zu einem idealen Laufschuh für Überpronierer macht!

 

Wir kennen Pronationsstützen aus Laufschuhen wie dem Brooks Adrenaline GTS und dem Asics Gel Kayano. Hier handelt es sich um etwas härtere Bereiche auf der Innenseite der Sohlen, sodass die Füße der “Nach-innen-knicker” eben nicht abknicken. Doch Brooks verwendet im Bedlam ein nagelneues System – Die Guide Rails!

 

Brooks Bedlam Guide Rails und DNA AMP Zwischensohle

Bild: Sowohl die Pronationsstütze in Form der Guide Rails, als auch die silberne DNA AMP Zwischensohle sind neue Technologien von Brooks. 

 

Die Guide Rails sollen die Überpronation ganz neu attackieren und diese nicht durch ein auf der Innenseite verbautes Stabilisationselement verschwinden lassen. Viel eher nutzt Brooks hier eine Mischung aus etwas härterem Kunststoff, der in der Zwischensohle im Fersenbereich eingebaut wird und sowohl die Innenseite der Sohle durchläuft, als auch Stückweise die Außenseite. Dies ist nagelneu im Laufschuhbereich und soll nun sogar die Knierotation und die Hüftrotation mit einbeziehen! Diese wurden in bisherigen Stabilschuhen eigentlich gar nicht berücksichtigt, sind jedoch extrem wichtig! Der Läufer läuft nun mal nicht nur mit den Füßen und eine Überpronation beginnt garantiert nicht erst im Fuß.

 

Dieser Aspekt hat mich also extrem gespannt gemacht und ich war sehr interessiert daran, wie spürbar die neuen Guide Rails sein werden. Ich bin zwar kein Überpronierer, doch mittlerweile habe ich so viele Laufschuhe getestet, dass ich auch sehr gerne mal zu breite Laufschuhe oder eben Laufschuhe mit stützenden Elementen anziehe und teste.


Die Fersenkappe und die Außensohle des Brooks Bedlam

Die Fersenkappe ist ebenfalls ein Bereich, den ich mir bei Laufschuhen immer sehr gerne im Detail anschaue. Sie ist so viel wichtiger als viele Läufer denken und sorgt neben einem guten Gefühl für die Achillessehne vor allem für ein großes Extra an Stabilität, wenn sie denn gut ist!

 

Was ich im Levitate 2, im Ricochet und eben im Bedlam sehr interessant fand, war, dass die Fersenkappe im sockenartigen Obermaterial innen verbaut wurde. Dies sieht sehr schick aus und passt nun mal ideal zum dynamischen Design des Schuhs. Doch gleichzeitig dachte ich, bietet sie denn die Stabilität, die vor allem Überpronierer benötigen ?!

 

Fersenkappe im Brooks Bedlam

Bild: Abgerundete, intern verbaute, sehr stabile Fersenkappe. Wichtig für Überpronierer, da hierdurch zusätzliche Stabilität gewährleistet wird!

 

Fasst man den Brooks Bedlam an, merkt man sofort, dass dieser im Fersenbereich wirklich stabil ist. Die Kappe ist also ansehnlich verbaut und gibt, zumindest beim Betasten, ordentlich Stabilität. Wie es sich beim Laufen auswirkt, dazu gleich mehr. Zudem ist sie etwas niedriger geschnitten, wodurch auch die Achillessehne wirklich angenehm im Schuh sitzt. Kein reiben oder sonstiges!

 

Die Außensohle im Bedlam ist ebenfalls ganz ansehnlich. Diese pfeilartigen Elemente sollen dabei nicht nur gut aussehen – Sie haben sogar einen von Brooks antizipierten Effekt. Sie sollen die Energie, die beim Auftritt gespeichert wird, Stück für Stück beim Abrollvorgang freigeben und den Fuß somit systematisch nach vorne “pushen”. Auch wieder ein sehr interessantes Konzept!

 

Beim Bedlam, wie auch beim Levitate 2 und beim Ricochet gibt es also so viele Nuancen und Erneuerungen, dass die Lauftests mich wirklich gespannt gemacht haben!


Das Laufgefühl im Brooks Bedlam

Für den Artikel bin ich mittlerweile knapp 10 Mal im Bedlam gelaufen und habe den Stabilschuh auf Asphaltstrecken und auf Parkböden getestet.

 

Der harte Asphaltboden stand hierbei im Fokus, da ich auf ihm die Dämpfung der Laufschuhe am liebsten teste. Die Ebenheit und die Härte machen diesen Untergrund einfach ideal um selbst kleinste Aspekte der Dämpfung herauszufiltern.

 

Was mir sofort aufgefallen ist, ist die Stabilität, die der Schuh im Vergleich zum Ricochet und auch zum Levitate 2, besonders im Rückfußbereich bietet. Man kommt etwas härter auf und hat gefühlt so etwas wie einen sanften Wegweiser bei jedem Schritt. Der Schuh gibt einem garkeine Chance abzuknicken. Und dieses Gefühl geht direkt im Rückfuß aus der Zwischensohle heraus los.

 

Die griffige Außensohle des Brooks Bedlam

Bild: Die Außensohle ist, ähnlich wie im Levitate 2 und im Ricochet, dynamisch und mit Pfeilen gestaltet. Auf Asphalt saß diese sehr gut.

 

Auf Asphalt habe ich die “Guide Rails” direkt bemerkt. Ich habe aber auch den feinen Vergleich mit dem Ricochet und dem Levitate 2, sodass es mir wesentlich leichter auffällt, als einem Nichtwissenden Läufer.

 

Die Sprengung von 8 Millimeter finde ich auch im Brooks ganz gelungen, da man sich hier viel leichter auch mal am Mittelfuß- oder Vorfußlauf versuchen kann. Habe ich einige Minuten versucht – Fiel mir im leichten Ricochet zwar etwas leichter, doch das ist nun mal auch nicht die Intention hinter dem Bedlam.

 

Bei Kurven im Park hatte ich auch im Brooks Bedlam sehr guten Halt. Kein Wegrutschen und auch kein nachjustieren. Die Schritte saßen, die Traktion war gegeben! Auf Asphalt sowieso. Da macht die Sohle einen guten Eindruck.

 

Wie schon bei den zwei anderen Modellen gefällt mir die neue Zwischensohle von Brooks. Im Bedlam kommt die Kombination aus federnder, quasi leicht katapultierender Sohle, und dem stabilisierenden Rückfußbereich besonders gut!

 

Insgesamt denke ich, dass Brooks mit dem Bedlam einen wirklich innovativen und ansehnlichen Stabilschuh entwickelt hat. Hier muss die Konkurrenz aufpassen bzw. kann sich ordentlich inspirieren lassen.


Für wen eignet sich der Brooks Bedlam – Wer sollte sich den Brooks Bedlam kaufen ?

Brooks Bedlam - Die Zunge ist innen vernäht

Bild: Auf der Innenseite ist die Zunge vernäht. Der Fuß schlüpft quasi wie in eine „feste“ Socke und bekommt beim Laufen ordentliche Dämpfung + Stabilität. Hat mir sehr gut gefallen!

 

Der Brooks Bedlam eignet sich vor allem für Überpronierer und schwere Läufer. Die Stabilisation im Rückfußbereich ist sehr interessant und hält was sie verspricht.

 

Die innovative Pronationsstütze in Form der “Guide Rails” ist sehr stabil und fängt den Fuß schon beim Auftritt direkt ab. Sie lenkt den Fuß des Läufers ins aufrechte Abrollen und gibt den Füßen durch die neuen DNA AMP-Zwischensohle eben nochmal ordentlich Power mit – Und das bei jedem Schritt.

 

Ich empfehle den Brooks Bedlam jedem Läufer, der sich mal ein wirklich interessantes Modell mit Pronationsstütze kaufen möchte und dem dabei das neue, sockenartige Design vom Bedlam gefällt.